Pressebelege 2010

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Die Racheengel des Jörg Kachelmann - Tagesanzeiger online vom 27. Mai 2010

Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 27.05.2010

Jörg Kachelmann hat es mit dem Club der Racheengel zu tun bekommen. Seine angeblichen Ex-Freundinnen haben sich gegen ihn vereint. Rache nach Untreue ist nicht untypisch, Frauen sind dabei besonders kreativ.

Mit mindestens sechs Frauen soll Jörg Kachelmann eine Beziehung geführt haben. Nicht etwa nacheinander, sondern parallel. Das behaupten zumindest die betreffenden Damen. Sie sollen in einem allfälligen Prozess als Zeuginnen vernommen werden.

«Rache hat etwas Gutes, weil es Grenzen zeigt»
Die ehemaligen Nebenbuhlerinnen haben sich vereint und stemmen sich nun gemeinsam gegen das «Böse» in der Person des gefallenen Wetterpropheten. Gemäss «Bild am Sonntag» tauschen sich die Betrogenen regelmässig aus und nennen Kachelmann nur noch «Die Fliese». Gemäss der Zeitschrift «Bunte» soll es nun noch acht weitere Frauen geben, die sich an Kachelmann rächen wollen.

«Moral und Gerechtigkeitsempfinden spielen bei Vergeltungsaktionen eine wichtige Rolle», sagt der Sozialpsychologe Mario Gollwitzer von der Uni Marburg. Er hat das Thema Rache in verschiedenen Studien erforscht. Rücksichtsloser Egoismus von anderen, eine als ungerecht empfundene Handlung von Autoritäten und Illoyalität seien die Hauptgründe, weshalb Menschen Rache ausüben. Die Rächer empfinden sich als Opfer und wollen sichergehen, dass sie verstanden werden. «Rache hat etwas Gutes, weil sie dem anderen Grenzen zeigt. Es ist eine Form der Kommunikation, die - wenn sie richtig dosiert wird und dem Zweck dient, dem anderen eine Botschaft zu übermitteln - dem gesellschaftlichen Zusammenleben dienen kann», so Gollwitzer.

Frauen sind entschlossener
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Frauen offenbar rachsüchtiger sind, als Männer. Göttinger Wissenschaflter etwa haben über 3000 Männer und Frauen befragt. Während nur etwa jeder zweite Mann zornig wird, wenn ihm seine Frau Hörner aufsetzt, geraten zwei Drittel der Frauen in Rage, wenn ihr Mann sie betrügt. 40 Prozent der Frauen sind entschlossen, ihren untreuen Männer zu betrafen, hingegen dürsten nur 22 Prozent der Männer nach Rache.

Auch die US-Psychologin Julie Exline von der Case Western Reserve University in Cleveland hat die Geschlechterunterschiede gemeinsam mit Forscherkollegen analysiert. Die Testpersonen wurden zu Rachegefühlen befragt, allerdings erst nachdem sie sich eigene Vergehen in Erinnerung rufen mussten. Die Überraschung: Männer waren nachsichtiger und sinnten viel weniger auf Rache, bei Frauen trat kein Effekt auf, die Lust auf Rache war ungebrochen. Mario Gollwitzer ist den Geschlechterunterschieden ebenfalls auf der Spur. «Obwohl es durchaus einige anekdotische Hinweise auf geschlechtsspezifische Formen der Rache gibt, sind wir diesen in unseren Arbeiten noch nicht auf die Spur gekommen», so der Psychosoziologe gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz.

Sportwagen des Ex für Spottpreis verkauft
Anekdoten von weiblichen Racheaktionen gibt es tatsächlich viele. Die deutsche Moderatorin und Schauspielerin Sibylle Nicolai schreibt im Buch «Stärker als je zuvor?», wie sie ihrem Mann Abführmittel in den Grapefruitsaft gemischt, seine Unterhose mit Thermo-Creme bestrichen oder vergammeltes Schweinefleisch in seinem Liebesnest versteckt hat, nachdem er sie mit einer 20 Jahre Jüngeren betrogen hatte. Die Frau eines britischen Radiomoderators versteigerte den teuren Sportwagen ihres untreuen Mannes auf eBay, zum fairen Preis von knapp einem Franken.

Kuriose Racheaktionen wie diese hat der Berner Autor Christian Riesen in seinem Buch «Das Schwarzbuch der Rache» gesammelt, insgesamt 333, «die Hälfte erfunden, die andere wahr». Medienberichte, Polizei- und Gerichtsprotokolle waren Riesens Fundgrube. Nach fünf Jahren Recherche wagt auch er zu behaupten: «Frauen sind bei Racheakten einfallsreicher als Männer.»

Alter schützt vor Rache nicht
Am meisten werde im Beziehungsfeld gerächt, erzählt Christian Riesen, also in der Liebe und am Arbeitsplatz. Dem Chef eins auszuwischen sei besonders einfach. Dienst nach Vorschrift, kleine Diebstähle, Sabotagen. Am interessantesten seien jedoch die Rachegeschichten im Liebesumfeld. Zum Beispiel die Anzeige der gehörnten Ehefrau eines bekannten NDR-Mitarbeiters, die ihrem Mann in einer grossen deutschen Zeitung zum ausserehelichen «Firmen-Unfall» gratulierte. Oder die Frau, die den teuren Flitzer ihres Ex im endlos grossen Grossflughafen-Parkhaus abstellte ? und leider «vergass», auf welchem Parkfeld.

Übrigens: Dass Rachegefühle im Alter nicht abnehmen, zeigt ein Fall aus Koblenz. Ein 77-Jähriger war Opfer von wochenlangem Telefonterror geworden, rund 700 anonyme Anrufe zu allen Tages- und Nachtzeiten plagten den Rentner. Die Polizei konnte schliesslich vier Täterinnen ausfindig machen: alles Frauen im Alter von 78 bis 82.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Herzige Katzen, die niemand will

GUTES TUN > Zum zehnten Mal ist der Katzen-Kalender des Tierheims Gals im Seeland erschienen. Vor einem Jahrzehnt berichtete «Blick» aus dem «Haus der letzten Hoffnung», wo Katzen leben, die nicht mehr platziert werden können. Fotograf Christian Riesen las die erschütternde Geschichte und beschloss damals, einen Kalender zu machen. Bestellen kann man den aktuellen Kalender für 30 Franken. Der Erlös geht an das Tierheim. ehi

Blick am Abend, 4. Januar 2010 - Ausgabe Bern